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Geleitworte zur Eröffnung Dr. Manfred Stolpe Ausbildungsstätten für Rabbinerinnen und Rabbiner widmen sich der Auslegung jüdischer Tradition in der Gegenwart. Deshalb sind sie überall auf der Welt der Kern jüdischen Lebens. Für die Kenntnis der religiösen Überlieferung geben sie den Menschen würdige und wissende Lehrerinnen und Lehrer. Als erste deutschsprachige Einrichtung für die Rabbinerausbildung nach dem Holocaust wurde 1999 das Abraham Geiger Kolleg gegründet. Ein überaus bedeutender Schritt von großer symbolischer Kraft für ganz Mitteleuropa. Als Ministerpräsident des Landes Brandenburg freue ich mich außerordentlich, dass das Kolleg am 12. November 2000 offiziell seinen Sitz an der Universität Potsdam nimmt. Die Landesregierung hat vor Jahren die Einrichtung Jüdischer Studien hier in Potsdam massgeblich unterstützt. Inzwischen hat sich ein lebendiges akademisches Klima gebildet. Damit ist nun auch die Eröffnung des neuen Rabbinerseminars möglich geworden. Ich möchte allen, die nicht müde wurden, für diese Aufbauarbeit einzustehen, meinen herzlichen Dank aussprechen. Die Wahl Potsdams ist Ausdruck einer Heimkehr. 1942 erlosch gewaltsam das Licht jüdischen Lernens an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Sechs Jahrzehnte später ist dieses Licht wieder entzündet. Die jüdischen Gemeinden der Welt nehmen mit Staunen und mit Freude wahr, dass dies in Deutschland geschieht. Möge das Abraham Geiger Kolleg sich einreihen in den internationalen Austausch und einen achtbaren Platz unter den Zentren jüdischer Gelehrsamkeit einnehmen. Das Zeichen des Vertrauens in die Zukunft des jüdischen Lebens ist uns eine Verpflichtung. Herzlich willkommen! Dr. Manfred Stolpe Jörg Schönbohm Als Innenminister des Landes Brandenburg freue ich mich ganz besonders, dass die erste Ausbildungsstätte für Rabbinerinnen und Rabbiner in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Sitz in Potsdam und damit in Brandenburg nimmt. Jüdische Gelehrsamkeit und bewusst gelebte religiöse Tradition werden von diesem Seminar ausgehen und jüdischen Gemeinden wieder Richtschnur für die Gegenwart sein. Damit wird angeknüpft an die liberale jüdische Tradition, die 1942 ihr gewaltsames Ende fand. Dieses Zeichen von großem Vertrauen bedeutet uns eine tiefe Verpflichtung. Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet, und die frohe Botschaft, dass jüdisches Lernen und Lehren in Deutschland und Brandenburg wieder möglich ist, stimmt uns froh und hoffnungsvoll. Mit großer Freude heiße ich das Abraham Geiger Kolleg in Potsdam willkommen! Jörg Schönbohm (Anlässlich der Eröffnung des Abraham Geiger Kollegs am 12.11.2000) |
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