Video: Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger in Berlin

Video Feature on the Abraham Geiger College, DW World, January 2007

Reportage über die Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg, Deutsche Welle, Januar 2007

Kescher Magazin
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Gedenktafel zum 200. Geburtstag von Rabbiner Abraham Geiger

21.05.2010


Am Dienstag, den 25. Mai, nimmt der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlins, André Schmitz, um 14.00 Uhr an der Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger (24. Mai 1810 - 23.10. 1874) in der Rosenthaler Straße 40 in Berlin-Mitte teil. Weitere Grußworte sprechen die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, und der Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam, Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka.

Abraham Geiger lieferte die geistigen Grundlagen zu einem neuen Verständnis des Judentums nach der Aufklärung, indem in dem er zwischen den universalen Werten und historisch bedingten Geboten unterschied und für deren Anpassung an die Erfordernisse der Gegenwart plädierte. Abraham Geiger forderte bereits 1836 die „Gründung einer jüdisch-theologischen Facultät“ und schuf die Voraussetzungen für eine akademische Rabbinerausbildung. Der promovierte Orientalist und Historiker war der erste Gelehrte, der die jüdischen Quellen des Korans erforschte und den historischen Jesus als jüdische Persönlichkeit begriff. Daneben war er auch als Gemeinderabbiner in Wiesbaden, Breslau, Frankfurt am Main und Berlin sowie als Herausgeber von Zeitschriften für jüdische Theologie, Wissenschaft und jüdisches Leben tätig. Sein Motto lautete: „Durch Erforschung des Einzelnen zur Erkenntnis des Allgemeinen, durch Kenntnis der Vergangenheit zum Verständnis der Gegenwart, durch Wissen zum Glauben.“ Heute ist es das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam, das erste Rabbinerseminar in Deutschland nach der Schoa, das das geistige Erbe dieses Vordenkers des liberalen Judentums in aktuelle Bezüge setzt.

Diesen Monat wurde Abraham Geiger bereits auf Tagungen in Wroclaw und Frankfurt am Main als „Sinnbild der Moderne“ gewürdigt. Eine Ringvorlesung an der Universität Potsdam widmet sich in diesem Sommersemester dem Werk und der Wirkung Abraham Geigers im Kontext der jüdischen Reformbewegung und der Wissenschaft des Judentums.

Die Gedenktafel zu Ehren Geigers wird im Rahmen des „Berliner Gedenktafel-Programms“ und mit Unterstützung der Historischen Kommission zu Berlin an der Stelle seines früheren Wohnhauses in den heutigen Hackeschen Höfen angebracht. An der Enthüllung nehmen neben Angehörigen der Familie Geigers aus Berlin und Israel auch Rabbinerstudenten des Hebrew Union College teil, des Partnerinstitutes des Abraham Geiger Kollegs in den USA.

Für weitere Informationen steht Ihnen Hartmut Bomhoff unter bomhoff@geiger-edu.de gerne zur Verfügung.
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