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18.05.2010
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Er war einer der wichtigsten jüdischen Theologen des 19. Jahrhunderts: Abraham Geiger gründete in Berlin die einflussreiche Hochschule für Wissenschaft des Judentums und war Rabbiner in zahlreichen Gemeinden. Anders als die traditionellen Talmudschulen sah er die Tora nicht mehr als gottgegeben, sondern näherte sich den heiligen Texten auf historisch-kritische Weise. Der Gelehrte erforschte auch die Verwandtschaft von Judentum, Christentum und Islam. Fundamentalismus war ihm genauso zuwider wie Religion als Herrschaftsinstrument.
Seine Thesen werden bis heute kontrovers diskutiert. Für Juden haben sie Konsequenzen bis in die alltägliche Lebenspraxis: Führe ich ein Leben nach der Tradition oder entscheide ich selbst, was moralisch richtig ist? Die liberale jüdische Bewegung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Gemeinden, wäre ohne ihn nicht denkbar.
Kulturradio des RBB
Montag, 24. Mai 2010
09.04 - 09.30 Uhr
GOTT UND DIE WELT
Reformer, Gelehrter, Brückenbauer
Wie Abraham Geiger das Judentum modernisierte
Von Gerald Beyrodt
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