Video: Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger in Berlin

Video Feature on the Abraham Geiger College, DW World, January 2007

Reportage über die Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg, Deutsche Welle, Januar 2007

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Grußwort

03.03.2008


Grußwort des Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland, Bekir Alboga

„(…) Es ist mir eine große Freude und Ehre, als Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland zusammen mit Ihnen Ihre Königliche Hoheit Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien im Namen der in Deutschland lebenden Muslime zu begrüßen und in unserer Heimat Deutschland herzlich willkommen zu heißen.

Innigsten Dank auch an das Abraham Geiger Kolleg für die Organisation dieser für uns alle sehr erfreulichen Begegnung.

Der Besuch Eurer Königlichen Hoheit gibt uns die Gelegenheit, darüber zu sprechen, dass Juden, Christen und Muslime in Cordoba, Sarajewo, Damaskus, Jerusalem und Istanbul etc. unter der Ägide der Muslime Jahrhunderte lang in Frieden und Respekt zusammenleben konnten. Dies verdanken wir ohne Zweifel der Tradition und dem Friedenswesen der Religion des Islam, in der neben dem koranischen Grundsatz ‚Es gibt keinen Zwang in der Religion.’ (Qur´an, Sure 2, Vers 256) weitere islamische Prinzipien das friedliche Zusammenleben der Völker, Kulturen und Religionen gewähren.

Der Prophet Muhammad betont, dass Menschen vor Gott so gleich sind, ‚…wie die Zähne eines Kammes’. Muhammad, der Gesandte Gottes, Friede sei mit ihm, sagte schon im 7. Jahrhundert: ‚Ein Araber ist nicht vorzüglicher als ein Nichtaraber, noch ein Nichtaraber vorzüglicher als ein Araber; ein Schwarzer ist nicht vorzüglicher als ein Weißer, noch ein Weißer vorzüglicher als ein Schwarzer, außer durch die Frömmigkeit.’

Die Vielfalt der Religionen, Kulturen und Sprachen sind kein Grund, Unheil auf unserer Erde zu stiften. Vielmehr vertritt der Koran die Ansicht, dass die Vielfalt der religiösen Richtlinien und religiösen Wege der Wille des Schöpfers ist. (Qur´an, Vers 5, Sure 48) ‚Wenn er es gewollt hätte, hätte er alle Gläubigen zu einer einzigen Gemeinde gemacht’. Damit ist gemeint, dass die Menschen, allen voran Juden, Christen und Muslime, um die guten Dinge wetteifern sollen.

Gott sagt im Koran: ‚Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung des Himmels und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden.“ (Qur´an, Sure 30, Vers 22) „ … Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.’ (Qur´an, Sure 18, Vers 29)

Als ein Deutscher, der seiner Verbundenheit mit dem Islam mehrmals mit den Worten Ausdruck verliehen hat ‚Im Islam leben und sterben wir alle’, zeigt Johann Wolfgang von Goethe uns seit dem 19. Jahrhundert die universellen Aspekte dieser Religion auf und widerlegt das weit verbreitete Vorurteil, dass es sich hierbei um eine, unserer deutschen Gesellschaft völlig fremde Geisteswelt handle.

Und Herr Dr. Schäuble verleiht dieser Überzeugung im 21. Jahrhundert Nachdruck, indem er sagt: ‚Der Islam ist ein Teil Deutschlands und ein Teil Europas.’“

Bekir Alboga M.A. ist Islamwissenschafter und Beauftragter für interreligiösen Dialog der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB).

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