Prinz Hassan von Jordanien erhält den Abraham Geiger Preis 2008. Die Jury unter Vorsitz des am 21. Oktober 2007 verstorbenen jüdischen Religionsphilosophen Ernst Ludwig Ehrlich würdigt damit sein Eintreten für ökologische Nachhaltigkeit, Versöhnung und Dialog zwischen den Religionen. Die Preisverleihung findet am 4. März 2008 in Berlin statt.
In der Begründung der Jury heißt es: „Die Ehrung von Prinz Hassan als langjährigem Präsidenten der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden und des Club of Rome würdigt seinen Mut, mit dem er für Pluralismus, Dialog der Kulturen und Verständigung zwischen Juden, Muslimen und Christen eintritt. Der Ausgleich zwischen islamischer und westlicher Welt ist ein bedeutendes Anliegen des Prinzen in einer Zeit des Auseinanderdriftens. Wo andere die Differenzen betonen, hebt Prinz Hassan die kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten hervor.“
Mit Prinz Hassan von Jordanien setzt sich die Reihe großer Preisträger fort. Im Jahr 2000 erhielt Susannah Heschel den Abraham Geiger Preis für ihr Buch „Der jüdische Jesus und das Christentum“. Im Jahre 2002 wurde der jüdische Religionsphilosoph Emil Fackenheim der Abraham Geiger Preis für sein phi-losophisches Lebenswerk verliehen. 2004 wurde Alfred Grosser als Verteidiger des Erbes der Aufklärung geehrt. Der Preisträger 2006 war Karl Kardinal Lehmann als Protagonist des jüdisch-christlichen Dialogs.
Der Abraham Geiger Preis wurde im Jahre 1999 anlässlich der Gründung des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam als erstem deutschen Rabbinerseminar nach der Schoa gestiftet. Er erinnert an einen großen liberalen Denker des Judentums.
Abraham Geiger (1810 - 1874) ging die Freiheit des Gewissens, der akademischen Lehre und der politischen Beteiligung für alle Bürger über alles. Geiger gilt auch als Begründer der modernen Koranforschung. |