Video: Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger in Berlin

Video Feature on the Abraham Geiger College, DW World, January 2007

Reportage über die Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg, Deutsche Welle, Januar 2007

Kescher Magazin
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Abraham Geiger

Abraham Geiger (1810-1874)

Vor seinem Amtsantritt in Berlin war Abraham Geiger Rabbiner in Wiesbaden, Breslau und Frankfurt am Main. 1870 folgte er einem Ruf nach Berlin und hielt am 7. Februar 1870 seine Antrittspredigt in der Neuen Synagoge. Dazu schrieb die „Allgemeine Zeitung des Judentums“ am 8. Februar 1870:

"Das große Gebäude war gedrängt voll, wie sonst nur an hohen Festtagen. Der Redner sprach 1 ½ Stunde. Der Eindruck war ein sehr günstiger. Er (…) machte Front gegen das Christentum wie gegen die sg. Orthodoxie in entschiedener Weise."

Abraham Geiger war ein bedeutender Vorkämpfer für eine Reform des Judentums und forschte auf dem Gebiet der Wissenschaft des Judentums. Er gab die „Wissenschaftliche Zeitschrift für Jüdische Theologie“ (1835-1847) und die „Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben“ (1862-1874) heraus und veröffentlichte zahlreiche Schriften, darunter „Was hat Mohammed aus dem Judentum aufgenommen?“ (1833) und „Urschrift und Übersetzungen der Bibel in ihrer Abhängigkeit von der inneren Entwicklung des Judentums“ (1857).

Die Eröffnung der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums am 6. Mai 1872 in Berlin ist auch auf Geigers langjährige Bemühungen um die Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät zurückzuführen. Sein Wunsch, zum Direktor des bereits 1854 in Breslau gegründeten Jüdisch-Theologischen Seminars berufen zu werden, hatte sich ebenso wenig erfüllt, wie die Begründung einer wissenschaftlich-theologischen Fakultät in Frankfurt am Main. So hatte er die Annahme seiner Berufung als Rabbiner nach Berlin von der Errichtung einer Hochschule abhängig gemacht. Zwei Jahre lang, bis zu seinem Tod im Jahre 1874, war Abraham Geiger als Dozent an der Hochschule tätig.
In der Neuen Synagoge, „der Hauptstätte seiner bisherigen Wirksamkeit“, wie die „Allgemeine Zeitung des Judentums“ am 3. November 1874 schrieb, fand am 26. Oktober 1874 die Trauerfeier für den Rabbiner statt. Offenbar war es, ähnlich wie auch sechs Jahre später nach dem Tode von Rabbiner Joseph Aub, schwierig, einen geeigneten Nachfolger für Geiger zu finden. Die „Allgemeine Zeitung des Judentums“ schrieb am 21. September 1875: „Seit Geigers Tod ist die Rabbinerstelle vakant.“(1)
Abraham Geiger, "der Mann mit dem güldenen Herzen", hatte drei Leitmotive des Handelns. Er glaubte zutiefst an die Freiheit des Gewissens und des Glaubens, an die Freiheit der Wissenschaft und an die Freiheit aller Menschen. Diesen Werten fühlen wir uns auch heute verpflichtet.


(1) Aus: „Tuet auf die Pforten“: die Neue Synagoge 1866 1995; Begleitbuch zur ständigen Ausstellung der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“. Hg. v. Hermann Simon; Jochen Boberg. Berlin: Stiftung Neue Synagoge Berlin / Centrum Judaicum 1995. S. 107 – 108

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