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Abraham Geiger Preis Der Abraham Geiger Preis würdigt Verdienste um das Judentum in seiner Vielfalt. Er wurde im Jahr 2000 anlässlich der Eröffnung des Abraham Geiger Kollegs geschaffen. Mit ihm zeichnet das Rabbinerseminar Menschen aus, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben: Der Abraham Geiger Preis ist mit 10.000 EUR dotiert, die der Preisträger einem Projekt zuwendet, das dem Wesen des Preises Gestalt verleiht. Stifter der Preissumme ist Herr Karl-Hermann Blickle
Susannah Heschel hat mir ihrer Forschung über Abraham Geiger das Werk eines großen Vordenkers des liberalen Judentums erschlossen, der die Fähigkeit zum Ausgleich ebenso besaß, wie die Entschlossenheit zu wahrhaftigem Handeln. Sein Bemühen um geistige Aufrichtigkeit, seine Treue zur Tradition und seine durchdachte Hinwendung zu einer zeitgenössischen Lebenswelt werden damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Heschel zeigt, dass Abraham Geiger auch zu den ersten jüdischen Gelehrten zählte, die sich mit der Person und dem Wirken Jesu aus jüdischer Sicht auseinandersetzten: zur Festigung und Klärung der eigenen jüdischen Identität. Damit zeigt Heschel, dass Jüdische Identität in der Moderne im Dialog und in der Begegnung entsteht. Der Abraham Geiger Preis würdigt solche Verdienste um das Judentum in seiner Vielfalt. Susannah Heschel
Susannah Heschel hatte mehrere Gastdozenturen inne, u.a. an der kirchlichen Hochschule in Berlin und der Evangelischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität. Ihr Buch „Abraham Geiger and the Jewish Jesus“ gewann 1998 den National Jewish Book Award und 2000 den World Union for Progressive Judaism Award. Den Abraham Geiger Preis 2000 erhält Susannah Heschel für die unter dem Titel „Der jüdische Jesus und das Christentum“ erscheinende Ausgabe dieses Werkes. Das Abraham Geiger Kolleg verleiht Prof. Dr. Emil Fackenheim den Abraham Geiger Preis 2002 für sein philosophisches Lebenswerk. Nach der Schoa wies er Wege für die Möglichkeit eines religiösen Judentums Emil Fackenheim
Emil Fackenheim starb im September 2003 in Jerusalem. Abraham Geiger (1810-1874) hatte drei Leitmotive des Handelns. Er glaubte zutiefst an die Freiheit von Gewissen und Glauben, an die Freiheit der Wissenschaft und an die Freiheit aller Menschen. Die Jury hat im November entschieden, dem französischen Politikwissenschaftler Alfred Grosser den Abraham Geiger Preis 2004 zuzuerkennen. Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit als Ertrag der Aufklärung sollen damit als Grundlage für den Umgang von Juden miteinander ebenso gewürdigt werden, wie in den Beziehungen mit unserem nichtjüdischen Umfeld. Er würdigt in diesem Jahr eine herausragende Stimme für die Humanität. In der Begründung heißt es: „Sie, verehrter Alfred Grosser, haben sich stets als Verteidiger des Erbes der Aufklärung verstanden. Mit Mut sind Sie für die Freiheit der Meinungsäußerung eingetreten und haben für Offenheit und Toleranz plädiert. Selbst jüdischer Emigrant aus Nazi-Deutschland, haben Sie beherzt auch die Position mancher israelischer Politiker kritisiert, wenn Sie es der Wahrheit für schuldig hielten. Das hat Ihnen nicht immer Beifall eingetragen.“ Alfred Grosser Geboren 1925 in Frankfurt am Main Politischer Kolumnist für La Croix und Ouest-France Gastprofessuren an der John Hopkins University, Stanford University 1975 Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels als „Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente“
Im Jahr 2006 wurde Karl Kardinal Lehmann mit dem Abraham Geiger Preis ausgezeichnet. Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit als Ertrag der Aufklärung wurden damit als Grundlage für den Umgang von Juden miteinander ebenso gewürdigt wie in den Beziehungen mit dem nicht-jüdischen Umfeld.
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