Video: Enthüllung einer Gedenktafel anlässlich des 200. Geburtstages von Rabbiner Abraham Geiger in Berlin

Video Feature on the Abraham Geiger College, DW World, January 2007

Reportage über die Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg, Deutsche Welle, Januar 2007

Kescher Magazin
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Abraham Geiger Preis

Der Abraham Geiger Preis würdigt Verdienste um das Judentum in seiner Vielfalt. Er wurde im Jahr 2000 anlässlich der Eröffnung des Abraham Geiger Kollegs geschaffen. Mit ihm zeichnet das Rabbinerseminar Menschen aus, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben:

Abraham Geiger PreisOffenheit, Mut, Toleranz und Freiheit jüdischen Denkens als Ertrag der Aufklärung sollen damit als Grundlage für den Umgang von Juden miteinander ebenso gewürdigt werden, wie in den Beziehungen mit unserem nichtjüdischen Umfeld.

Der Abraham Geiger Preis ist mit 10.000 EUR dotiert, die der Preisträger einem Projekt zuwendet, das dem Wesen des Preises Gestalt verleiht.

Stifter der Preissumme ist Herr Karl-Hermann Blickle

weitere Fotos von den Preisverleihungen



Abraham Geiger Preis 2000 Susannah Heschel

Abraham Geiger Preis 2002 Emil Fackenheim

Abraham Geiger Preis 2004 Alfred Grosser

Abraham Geiger Preis 2006 Karl Kardinal Lehmann

Abraham Geiger Preis 2008 Prinz Hassan bin Talal von Jordanien

Abraham Geiger Preis 2000

Susannah Heschel hat mir ihrer Forschung über Abraham Geiger das Werk eines großen Vordenkers des liberalen Judentums erschlossen, der die Fähigkeit zum Ausgleich ebenso besaß, wie die Entschlossenheit zu wahrhaftigem Handeln. Sein Bemühen um geistige Aufrichtigkeit, seine Treue zur Tradition und seine durchdachte Hinwendung zu einer zeitgenössischen Lebenswelt werden damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Heschel zeigt, dass Abraham Geiger auch zu den ersten jüdischen Gelehrten zählte, die sich mit der Person und dem Wirken Jesu aus jüdischer Sicht auseinandersetzten: zur Festigung und Klärung der eigenen jüdischen Identität. Damit zeigt Heschel, dass Jüdische Identität in der Moderne im Dialog und in der Begegnung entsteht. Der Abraham Geiger Preis würdigt solche Verdienste um das Judentum in seiner Vielfalt.

Susannah Heschel

Susannah HeschelDie Religionsphilosophin Susannah Heschel promovierte 1989 an der University of Pennsylvania in Religious Studies. Als Assistant Professor arbeitete sie im Department of Religious Studies an der Southern Methodist University in Dallas / Texas. Bis 1998 war Heschel Abba Hillel Silver Associate Professor of Jewish Studies an der Case Western Reserve University. Seit 1998 ist sie Associate Professor of Jewish Studies am Dartmouth College und leitet das Programm für jüdische Studien.

Susannah Heschel hatte mehrere Gastdozenturen inne, u.a. an der kirchlichen Hochschule in Berlin und der Evangelischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität.

Ihr Buch „Abraham Geiger and the Jewish Jesus“ gewann 1998 den National Jewish Book Award und 2000 den World Union for Progressive Judaism Award.

Den Abraham Geiger Preis 2000 erhält Susannah Heschel für die unter dem Titel „Der jüdische Jesus und das Christentum“ erscheinende Ausgabe dieses Werkes.


Abraham Geiger Preis 2002

Das Abraham Geiger Kolleg verleiht Prof. Dr. Emil Fackenheim den Abraham Geiger Preis 2002 für sein philosophisches Lebenswerk. Nach der Schoa wies er Wege für die Möglichkeit eines religiösen Judentums

Emil Fackenheim

Emil FackenheimGeboren wurde Emil Ludwig Fackenheim am 22. Juni 1916 als Sohn des Rechtsanwaltes und Notars Dr. jur. Julius Fackenheim in Halle. Dort legte er 1935 am Stadtgymnasium das Abitur ab. Danach nahm er an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin seine Studien auf, wo er Student bei Leo Baeck (1873–1956) war. Am 30. März 1937 schrieb er sich jedoch an der Martin-Luther-Universität für das Fach "Orientalia, Philosophie und Religionsgeschichte“ ein.
Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde Fackenheim verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Bald nach seiner Entlassung im März des folgenden Jahres wurde er in Berlin von Leo Baeck zum Rabbiner ordiniert. Am 12. Mai 1939 gelang die Emigration über Großbritannien nach Kanada.
Von 1943 bis 1948 wirkte Fackenheim als Rabbiner in Hamilton (Ontario). 1948 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Department of Philosophy der Universität Toronto. 1960 wurde er in Toronto zum Professor für Philosophie ernannt.

Emil Fackenheim starb im September 2003 in Jerusalem.

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Abraham Geiger Preis 2004

Abraham Geiger (1810-1874) hatte drei Leitmotive des Handelns. Er glaubte zutiefst an die Freiheit von Gewissen und Glauben, an die Freiheit der Wissenschaft und an die Freiheit aller Menschen.

Die Jury hat im November entschieden, dem französischen Politikwissenschaftler Alfred Grosser den Abraham Geiger Preis 2004 zuzuerkennen. Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit als Ertrag der Aufklärung sollen damit als Grundlage für den Umgang von Juden miteinander ebenso gewürdigt werden, wie in den Beziehungen mit unserem nichtjüdischen Umfeld.

Er würdigt in diesem Jahr eine herausragende Stimme für die Humanität.

In der Begründung heißt es: „Sie, verehrter Alfred Grosser, haben sich stets als Verteidiger des Erbes der Aufklärung verstanden. Mit Mut sind Sie für die Freiheit der Meinungsäußerung eingetreten und haben für Offenheit und Toleranz plädiert. Selbst jüdischer Emigrant aus Nazi-Deutschland, haben Sie beherzt auch die Position mancher israelischer Politiker kritisiert, wenn Sie es der Wahrheit für schuldig hielten. Das hat Ihnen nicht immer Beifall eingetragen.“

Alfred Grosser

Geboren 1925 in Frankfurt am Main
In Frankreich seit 1993, Franzose seit 1937
1957 – 1992 Professor am Institut d’études politiques und Studien- und Forschungsdirektor an der Fondation nationale des Science politiques
Präsident des CIRAC (Centre d’information et de recherche sur l’Allemagne contemporaine)

Politischer Kolumnist für La Croix und Ouest-France

Gastprofessuren an der John Hopkins University, Stanford University
Gastaufenthalte an den Universitäten Peking, Tokio, Singapur

1975 Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels als „Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente“

Alfred Grosser1978 Theodor Heuss Medaille
1986 Goethe Plakette der Stadt Frankfurt
1994 Wartburg Preis
1996 Schiller Preis der Stadt Mannheim
1998 Grand Prix de l’Academie des Sciences morales et politiques
2001 Dr. h.c. in Birmingham und Minsk
2002 Humanismus Preis der Altphilologen
Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband
Grand officier de la Légion d’Honneu

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Abraham Geiger Preis 2006

Im Jahr 2006 wurde Karl Kardinal Lehmann mit dem Abraham Geiger Preis ausgezeichnet. Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit als Ertrag der Aufklärung wurden damit als Grundlage für den Umgang von Juden miteinander ebenso gewürdigt wie in den Beziehungen mit dem nicht-jüdischen Umfeld.

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Abraham Geiger Preis 2008

Emil FackenheimDie Ehrung von Prinz Hassan als langjährigem Präsidenten der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden und des Club of Rome würdigt seinen Mut, mit dem er für Pluralismus, Dialog der Kulturen und Verständigung zwischen Juden, Muslimen und Christen eintritt. Der Ausgleich zwischen islamischer und westlicher Welt ist ein bedeutendes Anliegen des Prinzen in einer Zeit des Auseinanderdriftens. Wo andere die Differenzen betonen, hebt Prinz Hassan die kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten hervor

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